Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
Seite
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1998, Heft 3

Literatur der Volkskunde

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traditionen hat, einen intensiven Lesegenuß bereiten wird. Was den fachori-entierten Benutzer besonders freut, sind neben den ausführlichen, nachKapiteln gegliederten Anmerkungen im Anhang der detaillierte Index sowiedie genauen Sach- und Ortsregister, nach denen man sich in dieser Fülle anMaterial gut zurechtfinden kann.

Elfi Lukas

BAUMELER, Stefan, Jan CARSTENSEN: Westfälisches Freilichtmu-seum Detmold(= Schriftenreihe des Westfälischen Freilichtmuseums Det-mold, Bd. 14). Detmold, 1996, 231 Seiten, zahlreiche Fotos in SW undFarbe, viele Skizzen.

Die rege publizistische Tätigkeit des Westfälischen Freilichtmuseums Det-mold bezeugt nicht zuletzt sein inniges Anliegen, das da heißt: ,, rettet diebäuerliche Kultur. Es ist ein Anliegen, das gerade in einer Zeit der zuneh-menden Globalisierung, in der dem Bauernstand von so vielen Seiten ernsteGefahr droht, nur zu begrüßen ist. Baumeler und Carstensen wollen mit demvorliegenden Sammelwerk die verschiedenen Aspekte des Freilichtmu-seums aufzeigen Und so beinhalten die von den beiden Herausgeberngesammelten Beiträge nicht nur die Geschichte des Museums( Stefan Baume-ler), sondern auch eine Baudokumentation( Heinrich Stiewe), die Sachgut undBildsammlungen( Jan Carstensen bzw. Katharina Schlimmgen- Ehmke), Be-richte über die Abteilung Landschaftsökologie( Agnes Stemschulte) sowie überdie Sonderausstellungen und Publikationen( Christoph Köck) bis hin zur Per-sonalentwicklung des Museums zwischen 1963 und 1996.

Die Anfänge und die Schwierigkeiten bei der Gründung des Freilichtmu-seums wurden mitgetragen von den in Volkskundlerkreisen mittlerweile zurLegende gewordenen Hausforschern Bruno Schier und Josef Schepers. So fielauch der erste ,, Idealplan" des Museums entsprechend fundiert aus, dessenKonzept jedoch inzwischen noch beträchtlich erweitert werden konnte.

Heinrich Stiewe gelingt es sehr anschaulich, die Errichtung der einzelnenHofanlagen in all ihren Baustufen zu dokumentieren. Beim Betrachten derAbbildungen kann der österreichische Leser nicht umhin, einen Vergleichmit den zweifellos wunderschönen Höfen im Freilichtmuseum Stübinganzustellen und dabei wieder einmal das soziale Nord- Südgefälle von denhallenartigen Innenräumen Westfalens zum Rauchstubenhaus mit niedererverruẞter Stubendecke anzuerkennen. Auch die Fotos der Sachgutsammlungbeweisen, daß die Wohnkultur der Häuser Westfalens von weit größeremWohlstand zeugen, als jene in den zwar oft liebevoll und heimelig wirkenden