Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LII/ 101

Wohnstätten unserer Bergbauern, deren Einrichtung aber vergleichsweisebescheiden war.

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Die übrigen Besucher-, Personal- und Inventarberichte geben ebensowiejene über Ausstellungen und Publikationen interessante Informationen. Be-sonders erwähnenswert scheint aber im Zeitalter der beginnenden Gentech-nik der Beitrag von Agnes Stemschulte. Sie berichtet, wie man seit 1972innerhalb des Museumsareals durch Garten-, Feld- und Obstanbau aberauch durch artgetreue Viehhaltung- die Gebäude in einen ihnen gemäßenKulturraum einbettet und damit eine zeitnahe weitere Aufgabe eines Frei-luftmuseums zu erfüllen versucht. Man ist zudem bestrebt, dem Rückgangder Artenvielfalt zumindest im Museumsgelände Einhalt zu gebieten undsowohl Nutzpflanzen wie auch alte Obstsorten u.a.m. zu erhalten.

In der von dieser Schriftenreihe gewohnten Präzision sind Literaturanga-ben, Quellen- und Bildnachweis wie auch die Anmerkungen zu den einzel-nen Kapiteln in übersichtlicher Weise präsentiert und ermöglichen damitdem Leser eine einfache Handhabung und den Gebrauch dieses Buch auchals Nachschlagewerk.

Elfi Lukas

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BRUNOLD- BIGLER, Ursula, Hermann BAUSINGER( Hg.): HörenSagen- Lesen Lernen. Bausteine zu einer kommunikativen Kultur. Fest-schrift für Rudolf Schenda zum 65. Geburtstag. Bern u.a., Lang, 1995, 822Seiten, Abb.

Drei Mädchen aus bürgerlichem Hause, wahrscheinlich Geschwister, sitzennebeneinander auf einem Kanapee. Das in der Mitte befindliche, das ältesteder drei, hat ein Bilderbuch aufgeschlagen und ist darüber eingeschlafen.Die jüngste Schwester schlummert ebenfalls, nur die mittlere ist noch wachund schaut nachdenklich in Richtung Buch. Im Vordergrund sieht manSpielzeug, unter anderem ein kleines Holzpferd auf Rädern und eine Puppe,die auf einem Miniatursessel sitzt. Die ganze Szenerie mutet biedermeierlichan; es handelt sich um die Umschlagabbildung zu einem dickleibigen Sam-melband. Ist es möglicherweise ein pädagogisches Werk? Mitnichten, esgeht um ,, Bausteine zu einer Geschichte der kommunikativen Kultur", wieder Untertitel verheißt, und es ist dabei die Rede von der Festschrift zuRudolf Schendas 65. Geburtstag: ,, Hören- Sagen- Lesen- Lernen. Dasist passend gewählt, weil sich der Jubilar immer wieder mit der Interdepen-denz vonmündlicher und schriftlicher Überlieferung befaßt hat, doch ist derTitel nicht ganz vollständig, weil er das Schreiben der ,, einfachen Leute"