1998, Heft 3
Literatur der Volkskunde
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neben anderem ,, tägliche Arbeit, tägliche Sorgen“ und den„, ganz gewöhn-lichen Alltag" versteht.' Das soll aber den Wert der Festschrift nicht mindern,denn sie bietet einen interessanten Querschnitt durch die Erzählforschungund thematisiert Bereiche, die im allgemeinen uninterpretiert hingenommenwerden. Insofern ist das eingangs erwähnte Titelbild, auch wenn es nichtgerade zum Lesen einlädt, vielleicht doch nicht ganz falsch gewählt: DieInhalte des Buches haben insofern etwas Pädagogisches an sich, als man eineMenge aus ihnen lernt.
Anmerkung
1 Schenda, Rudolf: Von Mund zu Ohr. Bausteine zu einer Kulturgeschichte volks-tümlichen Erzählens. Göttingen 1993. Bei den Zitaten handelt es sich um Über-schriften aus Kap. 9.
Bernd Rieken
DEHNERT, Walter: Bibliographie zum volkskundlich- kulturwissen-schaftlichen Film(= Arbeitskreis Volkskunde und Kulturwissenschaften,Schriften Bd. 5). Marburg, Arbeitskreis Volkskunde und Kulturwissenschaf-ten e. V., 1998, 78 Seiten.
Walter Dehnert, Schüler von Ingeborg Weber- Kellermann und wohl einer derbesten Kenner des Bereichs ,, volkskundlicher Film" ¹, hat es unternommen, eineBibliographie zum volkskundlich- kulturwissenschaftlichen Film zu erstellen;,, sie orientiert sich an( Dokumentar-) Filmen, die unter Beteiligung vonVolkskundlern entstanden sind“( S. 3). Nicht berücksichtigt wurden Begleithef-te zu wissenschaftlichen Filmen( über die die einschlägigen Kataloge Aufschlußgeben) sowie generelle Äußerungen aus dem Fach Volkskunde zum Thema Filmoder volkskundliche Analysen von Spielfilmen, Fernsehsendungen etc.
Es sind somit sowohl theoretische als auch( film) praxisbezogene undreferierende Beiträge zum engeren Umfeld des volkskundlichen Filmens,die Aufnahme in das immerhin 579 Nummern umfassende Bändchen gefun-den haben, vermehrt um einige wenige geschichtswissenschaftliche undvölkerkundliche Titel( für letztere liegt bereits seit 1992 eine umfangreicheBibliographie vor²). Dehnerts Zusammenstellung bezeugt nicht nur dendoch recht beachtlichen Stellenwert des wissenschaftlichen Films im Rah-men volkskundlichen Arbeitens, sie wird auch für alle, die sich künftig desThemas annehmen, ein unentbehrliches Hilfsmittel darstellen( wozu detail-lierte Personen- und Sachregister wesentlich beitragen).
Allerdings werden es in Österreich( das in dieser Bibliographie angemessenvertreten ist) nur noch wenige filminteressierte Personen sein, hat doch die-