Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
Seite
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1998, Heft 3

Literatur der Volkskunde

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ses in möglichst großer Unterschiedlichkeit illustrieren. Es handelt sichdabei um vier Beispiele für Gebrauchstiere( Pferdeverkehr, Kavallerie,Polizeihunde, Schlachthaus und Schlachtung) und vier Beispiele für dieTiernutzung zum Vergnügen( Luxushunde ,,, Sportliche Pferde, Zoologi-sche Gärten, Jagd). Die Einteilung in Nutztiere und Vergnügungstiere spie-gelt die bürgerliche Vorstellung einer Trennung von Arbeit und Freizeit wider,wie sie sich im 19. Jahrhundert herausgebildet hat. Diese acht Kapitel könnenunabhängig voneinander als eigenständige Fallstudien gelesen werden. Einge-rahmt werden sie durch eine kurze Einleitung und ein ebenso kurzes Resümee,in denen prinzipielle Fragen zu Methodik, Quellen, wissenschaftsgeschichtli-chem und volkskundlichem Kontext etc. lediglich knapp angerissen werden-gerade weil es sich um keine alltägliche Themenstellung handelt, hätte man sichbei beiden eine ausführlichere Fassung gewünscht.

Die Stärke von Buchners Arbeit liegt in den einzelnen Fallstudien, diesehr interessant und materialreich sind und den historischen Wandel imUmgang mit Tieren anhand aussagekräftiger Beispiele veranschaulichen.Gut herausgearbeitet werden z.B. der bürgerliche Blick auf die Tiere, dieEinbindung der Tiere in den Fortschrittsgedanken, die Optimierungsbestre-bungen bezüglich ihrer jeweiligen Nutzung, geschlechts- und schichtspezi-fisch unterschiedliche Zugänge zu Tieren und entsprechende Verhaltensan-forderungen sowie die Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen im Um-gang mit Tieren. Naturgemäß bleiben zahlreiche Fragen offen, Buchnerselbst formuliert mehrere davon in ihrem Resümee und verweist somit aufpotentielle Forschungsfelder. Die Lektüre von, Kultur mit Tieren vermagsicher zu manch weiterer Studie anzuregen.

Susanne Breuss

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BUTTLER, Christina: Reinlichkeit für den Landmann Ein Projekt derAufklärung in Niedersachsen. Dissertation zur Erlangung des philosophi-schen Doktorgrades am Fachbereich Historisch- Philologische Wissenschaf-ten der Georg- August- Universität Göttingen. Göttingen, Erich GoltzeGmbH& Co. KG, 1996, 255 Seiten.

LÖNEKE, Regina, Ira SPIEKER( Hg.): Reinliche Leiber- SchmutzigeGeschäfte. Körperhygiene und Reinlichkeitsvorstellungen in zwei Jahrhun-derten. Göttingen, Wallstein Verlag, 1996, 303 Seiten, Abb.

PAYER, Peter: Der Gestank von Wien. Über Kanalgase, Totendünste undandere üble Geruchskulissen. Wien, Döcker Verlag, 1997, 208 Seiten, Abb.SPRINGINSFELD, Leopold, Persil bleibt Persil. Aus dem langen Lebeneiner großen Marke. Die Marke Persil in Österreich seit 1985, in Ost- Mit-