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Literatur der Volkskunde
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sich sein Buch im Untertitel auch Eine markentechnische Studie nennt. Füreine kulturwissenschaftliche Beschäftigung mit der ,, großen Marke" Persilist es trotzdem interessant, denn es liefert neben reichhaltigem Bildmaterialund einem kurzen Abriß der Geschichte von Persil zahlreiche Daten undFakten zur Vermarktung dieses berühmten Waschmittels, wobei in Ansätzenauch deutlich wird, daß sich die Vorstellungen bezüglich des Wäschewa-schens und die Ansprüche an ein Waschmittel bei den verschiedenen Kun-dentypen durchaus unterscheiden. Springinsfeld versucht sich im Rahmenseiner Ausführungen über erfolgreiches Marketing auch als Kulturtheoreti-ker, da für ihn ,, Kultur im weitesten Wortsinn nicht am Rande des Marke-tings, sondern im Zentrum des Marketings stehen muß“. Wenn man ange-sichts von Formulierungen wie ,, Stellen wir uns Kultur vor als eine Art Me-gaergebnis von fünf Ursachen“ gnädig in Rechnung stellt, daß es sich beimAutor nicht um einen Kultur-, sondern um einen Marketingexperten handelt,so kann man auch diesen Teil des Buches mit Gewinn lesen- es ist jadurchaus auch für Kulturwissenschaftler/ innen von Interesse, wie sich einFachmann für Marketing über Kultur äußert und welche Bedeutung er derKultur für die Vermarktung eines Waschmittels beimiẞt.
Susanne Breuss
BAUER, Peter M.: Indigo. Die Kunst des Blaudrucks(= publication PN1, Bibliothek der Provinz). Weitra, Verlag für Literatur, Kunst und Musika-lien, o.J.[ 1997], 109 Seiten.
Der Titel ,, Indigo“ ist fast irreführend, der Untertitel ,, Die Kunst des Blau-drucks" kommt dem Inhalt des Buches schon näher. Genaugenommenhandelt es sich um die Beschreibung der Tätigkeit des heute einzigenösterreichischen Blaudruckers und Küpenfärbers Josef Koó und seiner FrauElisabeth. Diese ganze Wahrheit offenbart sich, sowie man das Buch inHänden hält.
Vom Umschlag lachen dem Betrachter Elisabeth und Josef Koó entgegen,wie sie leiben und leben, möchte man sagen und wie Fachleute und Liebha-ber von Textilkunst und-handwerk aus dem In- und Ausland sie kennen undschätzen.
Auf 48 Fotoseiten ist die Tätigkeit des Blaudruckers Koó dargestellt und auchdie 45 Textseiten, in kurze Kapitel aufgeteilt, die die Bildseiten erläutern undunterbrechen, haben großteils seine Arbeit und sein Umfeld zum Inhalt.
Dem titelgebenden Indigo gehören nur das gleichnamige Kapitel, daszwei Druckseiten umfaßt, und ein Kapitel ,,, Die Küpe- Das blaue Wunder",