1998, Heft 4
Chronik der Volkskunde
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Zeit vor allem, für ein Fach, das sich gerne Europäische Ethnologie nenntund dabei doch meist im deutschsprachigen Raum verhaftet bleibt. Wichti-ger aber gerade als Modell erscheint eine solche ,, Summerschool"- was hiernur noch einmal wiederholt werden soll- im Zusammenhang von Lehre undStudium. Die hierorts immer wieder eingemahnte ,, Ethnographie ohneGrenzen" hat den Alltag der Volkskunde- Institute noch kaum erreicht.
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Das Wiener Volkskunde- Institut jedenfalls steht erst am Anfang: SeineBeteiligung am ,, SOKRATES/ ERASMUS"-Programm und seine Mitarbeit am, TEMPUS- Network for Comparative European Ethnology" aber sind ein ersterSchritt ein Schritt allerdings, der den Studierenden auch plausibel und alltäg-lich gemacht werden muß: Europa als Realität in Forschung und Lehre zu sehen.Ein weiterer, kleiner Beitrag ist bereits für 1999 projektiert: Die nächste,, Summerschool" wird, von Kjell Hansen und Anna Burstedt vorbereitet, imschwedischen Lund stattfinden. Ihr Arbeitstitel ,, Bridges and Borders" hat zu-nächst mit dem konkreten Brückenbau zwischen Schweden und Dänemark zu tun.Doch auf einer symbolischen Ebene ist ebenso angesprochen, was als Ziel vonForschung und Lehre innerhalb der Europäischen Ethnologie ansteht: Grenzennämlich nicht nur in der Realität, sondern auch ,, im Kopf“ zu überwinden.
Anmerkungen
Reinhard Johler
1 Vgl. Friedl, Manuela: Kathrin Pallestrang, Katharina Richter- Kovarik: SummerSchool ,, Ethnographies of urban life. Social, symbolic and spatial processes in Berlinin comparative perspective", Berlin, 20. Juli- 3. August 1997. In: ÖsterreichischeZeitschrift für Volkskunde LI/ 100, S. 538–541. Einige Vorträge sind publiziert in:Berliner Blätter. Ethnographische und Ethnologische Beiträge, Nr. 17, 1998.
2 Hofer, Tamás: National Schools of European Ethnology and the Question of,, Latent Ethnicity". In: Ethnologia Europaea 26, 1996, S. 89–96.
Public Folklore: Forms of Intellectual Practice in SocietyGerman- American Symposium
Bericht über das zweite deutsch- amerikanische Kolloquiumin Bad Homburg v. d. H. vom 22. bis 25. Juli 1998
Annähernd zehn Jahre nach einem ersten amerikanisch- deutschen Kolloqui-um in Bloomington trafen sich im Juli dieses Jahres gut zwanzig in volks-kundlicher Wissenschaft und Praxis Tätige aus den Vereinigten Staaten unddem deutschsprachigen Raum in Bad Homburg. Mit Unterstützung derDeutschen Forschungsgemeinschaft( DFG) konnte die Deutsche Gesell-