Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
Seite
523
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1998, Heft 4

Literatur der Volkskunde

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Ein Verlassenschaftsinventar aus dem Jahre 1743 des Kärntner BadersAnton Holderrieder gibt interessante Aufschlüsse über die Geräte und In-strumente, die ein damaliger Bader zur Behandlung seiner Patienten benö-tigte.

Zur Krankheitsfindung und zu den Heilpraktiken werden schließlicheinige Beispiele aus der Literatur herangezogen. Die Heilpraktik des ,,` Ver-bohrens", bei der die Krankheit vernichtet werden sollte, wird am Beispieleiner Rauchstubenwand im Kärntner Freilichtmuseum demonstriert. ImHolz der Außenwand befinden sich nämlich eigenartige Löcher, die mitkleinen, keilförmigen Dübeln versehen sind.

Das Haus gehörte einst einem Bader, der dort seine Kranken behandelte.Diese legten danach kleine Zettelchen in die Keile, um die ,, Krankheit beimHaus zu belassen".

Im Literaturverzeichnis der kleinen Publikation haben sich leider einigeFlüchtigkeitsfehler eingeschlichen, die bei einer etwaigen Neuauflage zukorrigieren wären. Das Heft aus der Schriftenreihe des Kärntner Freilicht-museums in Maria Saal wurde sicher von vielen an altem Heilwisseninteressierten Besuchern der Sonderausstellung als willkommener Begleiterzur Hand genommen.

Elfriede Grabner

BECKER, Siegfried, Andreas C. BIMMER( Hg.): Ingeborg Weber- Kel-lermann. Erinnern und Vergessen. Autobiographisches und weitere Materia-lien(= Marburger Beiträge zur Kulturforschung- Archivschriften, Heft 1).Marburg, Jonas Verlag, 1998, 84 Seiten, Abb.

Anläßlich der Gedenkfeier zum 80. Geburtstag der im Juni 1993 verstorbe-nen Marburger Professorin für Europäische Ethnologie, Ingeborg Weber-Kellermann, erschien dieses von zweien ihrer Schüler herausgegebeneBändchen, mit dem auch eine neue Reihe volkskundlicher Archivschriftendes Instituts für Europäische Ethnologie und Kulturforschung an der Philipps-Universität Marburg begründet wurde. Es enthält eine Vorbemerkung zurSchriftenreihe, ein einfühlsames, Persönlichkeit und Lebenswerk von FrauWeber- Kellermann würdigendes Vorwort, ein vollständiges und somit auchdie posthum erschienenen Arbeiten umfassendes Schriftenverzeichnis( 1941-1997), eine Liste ihrer Lehrveranstaltungen zwischen 1961 und 1988sowie eine Bibliographie der Nachrufe und biographischen Beiträge. Wasleider fehlt, ist eine Filmographie der Verstorbenen, die als eine Pionierin