1998, Heft 4
Literatur der Volkskunde
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die
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Verdienste von Frau
durch Preise und Würdigungen anerkanntenWeber- Kellermann, erklärt aber die Schwierigkeiten, mit denen sie sichberuflich wie privat auseinandersetzen mußte. Sie saß, so ihre eigenenWorte, oftmals ,, zwischen den Stühlen“( S. 25) und ,, stand meist auch mitdem Rücken zur Wand des Faches"( Vorwort, S. 13). Das stärkt, wie manweiß, das Rückgrat und erklärt den konsequent aufrechten Gang, der dieseengagierte, kluge und stets hilfsbereite Wissenschafterin auf ihrem Weg voneiner geschlossenen Volkskunde zur international offenen EuropäischenEthnologie ausgezeichnet hat.
Olaf Bockhorn
1 Bibliographisch wäre zu ergänzen, daß die Dissertation über den slawonischenOrt Josefsdorf( Josipovac) aus dem Jahre 1942 mit doppelter Paginierung auchin einem die Bände 9-15 der Reihe ,, Deutsche Schriften zur Landes- undVolksforschung" vereinigenden Sammelband veröffentlicht wurde: Meynen, E.( Hg.): Das Deutschtum in Slawonien und Syrmien. Landes- und Volkskunde.Leipzig 1942, S. 503-586 und 12 Bildtafeln.
2 Zur Frage der interethnischen Beziehungen in der„, Sprachinselforschung". In:ÖZV 62/ NS XIII( 1959), S. 125–149.
EBNER, Lois: Wiese. Kindheitserinnerungen( 1945-1953). Lienz,Selbstverlag des Autors, 1995, 240 Seiten, 2 Abb.( Bezugsadresse: MuseumSchloß Bruck, A- 9900 Lienz).
Lois Ebner, Volkskundler und Leiter des Museums Schloß Bruck in Lienz,hat seinem Osttiroler Heimatort Kartitsch, gut 1300 Meter hoch im TirolerGailtal gelegen, bereits vor Jahren eine bemerkenswerte und auch volks-kundliche Themen ausreichend berücksichtigende Ortschronik gewidmet'.Darin finden sich auch Hinweise auf die beinahe siebenhundertjährigeGeschichte des Ebner'schen Heimgutes ,, Außerwiese". Das Wohngebäude,ein heute nur noch selten anzutreffendes Doppelhaus, das Ende der 50erJahre abgerissen wurde, teilte man bis zu diesem Zeitpunkt mit der FamilieBodner ,,, Innerwiese", und ebenso den Kornkasten und das Backhäuschen;die Futterhäuser hingegen waren getrennte Baulichkeiten.
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Dieses Gehöft, Lage, Bauzustand, Einrichtung und Raumnutzung, sowiein besonderem Maße das Familien- und Wirtschaftsleben in der und um dieWiese“ stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Kindheitserinnerungen,die in etwa den Zeitraum von 1945 bis 1953( dem Jahr, in dem der Autorseine Gymnasialstudien in Innsbruck begann) umfassen eine Periode, in