Jahrgang 
112 (2009) / N.S. 63
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Editorial

Alle drei Lehrstühle des Fachs Volkskunde in Österreich( Volkskundeund Kulturanthropologie in Graz, Europäische Ethnologie in Innsbruckund Wien) sind fast zeitgleich in den letzten Jahren zur Neubesetzungausgeschrieben worden. Das ist ein durchaus bemerkenswertes Zusam-mentreffen. Inzwischen haben an allen drei Orten die universitären Gre-mien mit Hilfe der zu diesem Zweck eingesetzten Kommissionen ihreEntscheidungen getroffen. Bisher sind jedoch nicht alle Neubesetzungenvollzogen worden.

Bereits früher hatte die ÖZV aus diesem Anlass gehaltene Vorträgepubliziert. Auch dieses Mal hat sich die Redaktion bemüht, die Texte derVorstellungsvorträge der eingeladenen Wissenschaftlerinnen und Wis-senschaftler zur Publikation zu erhalten; nicht alle mochten dieser Ein-ladung Folge leisten. Die ÖZV sieht im Abdruck dieser Texte in ihrennächsten Ausgaben jedoch nicht nur eine Chronistenpflicht. Die in die-sem Rahmen gehaltenen Vorträge bilden, auch unabhängig vom Anlass,zumal in so großer Zahl, einen Überblick über aktuelle Perspektiven,Themen und Zugänge des Fachs.

Die Auswahl der Personen und deren Vorträge sind einmal vom Kal-kül der einladenden Fakultät bestimmt, die ihr Selbstergänzungsrechtwahrnimmt, indem sie ihre Wünsche und Anforderungen in der Aus-schreibung präzisieren kann. Sie kann das Thema der Vorträge vorgeben,indem sie etwa konkret auffordert, eine Zukunftsvision des Fachs amOrt zu entwickeln, wie das in der Innsbrucker Ausschreibung geschehenist. Doch auch, wo dies nicht der Fall ist, werden die Eingeladenen dar-auf zu sprechen kommen. Auf diese Weise kann die Fakultät Einblickein das Potenzial des Faches für die Fakultät erhalten und gegebenenfallsihre eigenen Perspektiven und Erwartungen schärfen.

Um eine besondere Gattung von Texten handelt es sich gewiss auchdeshalb, weil sie eine Bewerbung befördern sollen. Die Eingeladenen ha-ben die Möglichkeit, sich auf den Wissenschaftsstandort, seine Spezifikund die besondere Ausrichtung des Fachs einzulassen- oder ganz eigenePerspektiven für ihre Arbeit im Fach anzubieten. Sie können sich alsoanhand der Informationen, mit denen sich das Fach( etwa im Internet)präsentiert, mit Grundsätzlichem und den jeweiligen Forschungsschwer-punkten, der Liste der Lehrveranstaltungen etc. befassen und so als gut