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OZV LXIII/ 112, 2009, Heft 2
Bezirksausschuss- Vorsitzenden des Bezirks Riem- Trudering, den CSUPolitiker Georg Kronawitter, ließe eine weitergehende Analyse hinsicht-lich dessen Produktion von Vorstellungsbildern im Rahmen der Bezirks-wahlen 2002 zu( wobei übrigens der Stimmkreis der Messestadt Riem alseinziger dieses Bezirks nicht die CSU- Mehrheit erhielt). Gleiches gilt fürdie Funktionen des genannten Politikers im Juryausschuss des zweitenBauabschnittes der Messestadt Riem und als Aufsichtsratsvorsitzenderder Bundesgartenschau( BUGA). Aber auch Brigitte Sowa, die in demBand eine Sonderstellung einnimmt- sie war sehr oft mit einem Beitragin der Zeitung» TakeOff« vertreten-, wäre näher in eine gemeinsameReflexion über die Entwicklung und Aushandlung von Vorstellungsbil-dern einzubeziehen gewesen: Vor allem die Verbindung von befragterExpertin und Aktivistin vor Ort – bei der Produktion von Vorstellungs-bildern- hätte eine Chance bedeutet, den Forschungsprozess transpa-renter zu halten und weitere Ergebnisse in der Analyse zu erzielen.Martin Jonas
Ina- Maria Greverus: Ästhetische Orte und Zeichen.
Wege zu einer ästhetischen Anthropologie.
Münster: LIT- Verlag 2005, 480 Seiten.
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Ina Maria Greverus'» Ästhetische Orte und Zeichen«<, dritter und letzterBand der Voyage- Trilogie, ist mit dem Untertitel» Wege zu einer ästhe-tischen Anthropologie<< versehen dieser Zusatz verspricht der Leserin,dem Leser in bester Certeau'scher Tradition inmitten eines» Spiels in ei-nem System von definierten Orten«( Kunst des Handelns, S. 201) eineArt Niemandsland zu antizipieren und lässt auf ein Unternehmen neu-gierig werden, das in Aussicht stellt, Bewohnbarkeit zu schaffen. Michelde Certeau, auf den Greverus wiederholt verweist, um Lattenzaun undZwischenraum zu explizieren, beschäftigt sich ausführlich mit körperli-chen Fortbewegungen wie Reisen oder Gehen» als Ersatz für Legenden,die den Raum für das Andere öffnen.[...] Was dieses Exil des Gehendenhervorbringt, ist genau der Legendenschatz, der gegenwärtig in unmittel-barer Nähe fehlt; also eine Fiktion,[...] ein Resultat von Verschiebungenund Verdichtungen.«( Kunst des Handelns, S. 203)