Wie sich die Disziplin denkt:Europäische Ethnologiezwischen Kulturanalyseund Sachkulturforschung
Gudrun M. König
Zehn Jahre nach den Bologna- Reformen fragt der Textnach den Konturen der Fachlandschaft. Er überblickt dieSelbstdarstellungen des Faches im Internet und prüft dieThemen der Dissertationen und Habilitationen seit demJahr 2000. Fokussiert werden insbesondere die so genann-te Sachkulturforschung und theoretische Aspekte der Ana-lyse materieller Kultur. Die Deutungsebenen der Alltags-und Museumsdinge werden im Hinblick auf ein Vetorechtder Dinge diskutiert.
Die Universitäten sind im Umbruch: Bologna, Bachelor, Master, Kre-ditpunkte, Module, studienbegleitende Prüfungen und Studiengebührenhaben zügig und kaum bemerkt die Landschaften des Fachs verändert:Kooperationen, Zwangspartnerschaften, Nachbarschaften und gemein-same Studiengänge haben Fakten geschaffen. Langjährige Debatten umNamen, Inhalte und Fachidentitäten, wie sie vor kurzem von Studieren-den des Wiener Instituts, vor fünf Jahren vom Göttinger Institut, vorneun Jahren auf der Hochschultagung der Deutschen Gesellschaft fürVolkskunde debattiert wurden,' werden gegenwärtig von den Hoch-schulreformen überholt. Die Fachlandschaft scheint bereinigt.
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Tobias Schweiger, Jens Wietschorke( Hg.): Standortbestimmungen. Beiträge zurFachdebatte in der Europäischen Ethnologie(= Veröffentlichungen des Institutsfür Europäische Ethnologie der Universität Wien, 30). Wien 2008; Regina Bendix,Tatjana Eggeling( Hg.): Namen und was sie bedeuten. Zur Namensdebatte im FachVolkskunde(= Beiträge zur Volkskunde in Niedersachsen, 19). Göttingen 2004;