Jahrgang 
112 (2009) / N.S. 63
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534 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXIII/ 112, 2009, Heft 4

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lich wie Rumänien eine längere Tradition der» nationalen Ethnologie<<haben, aufschlussreich sein.

Insgesamt bleibt der außerordentliche Wert dieser Arbeit für die ru-mänische Fachdiskussion unbestreitbar. Aus westeuropäischer Perspekti-ve eröffnet das Buch von Şerban Văǎetişi sieht man von den sprachlichenHindernissen ab nicht nur interessante Einblicke in die Fachgeschichteund die aktuellen Probleme und Debatten der rumänischen Ethnologie( im weitesten Sinne), sondern bietet auch reizvolle Überlegungen für denmöglichen Umgang mit der eigenen Fachgeschichte und Beispiele für diekreative Aneignung und Adaptierung von in anderen wissenschaftlichenKontexten entwickelten Konzepten.

Ana Ionescu

Paul Rösch, Konrad Köstlin( Hg.): Andreas Hofer.

Ein Tourismusheld?(= Tourism& Museum. Studienreihe des TouriseumsBd. 3). Innsbruck, Wien, Bozen: Studien Verlag 2009, 702 Seiten;

Der mit dem Bart... L'Andreas Hofer del turismo.

Katalog zur Sonderausstellung 2009. Meran: TourismusmuseumSchloss Trauttmannsdorff- Touriseum 2009, 136 Seiten.

Lässt sich Pathos, auch patriotisches Pathos, aus dem gesellschaftlichenLeben verbannen? Bei den Meraner Hofer- Festspielen in Algund von2009 hat man sich wenig Mühe gegeben, es in dem Text von Carl Wolfzu relativieren, und immer wieder konnte man sich fragen: Ist das dieSprache von Hofer und seinen Bauern( während die Sprache des mön-chischen Hasspredigers Haspinger nicht nur auch in der Gegenwart all-zu vertraut, sondern auch zeit- und milieugerecht erschien; vgl. zur Ge-schichte dieses Spieles Carl Wolf: Meraner Volksschauspiele, in ZDÖAVXXVI/ 1895, S. 25-35). Aber auch heute heischen Gemeinschaften, denenim Rahmen von Zwangsmodernisierungsprogrammen das Recht aufein Leben in eigener Würde und Tradition verwehrt wird, Gehör undSympathie. Die UNESCO bestärkt prinzipiell dieses Recht als Men-schenrecht, setzt aber mit der Verpflichtung auf Menschenrechte undgemeinsame Verantwortung einen Rahmen und fordert( wie die EU)die Staaten auf, dieses Recht auch innerhalb der eigenen Grenzen mitgeeigneten Formen der kulturellen und religiösen Autonomie zu gewähr-