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verstehen, wer wir sind – dasvorarlberg museum als offenerort der partizipation und derabgeschafften themen
Andreas Rudigier, seit 2011 Direktor des vorarlberg museumin Bregenz, im Gespräch mit Timo Heimerdinger, Professor fürEuropäische Ethnologie an der Universität Innsbruck
TH: Wenn man vom Hafen kommt und auf das vorarlbergmuseum zugeht, dann fällt gleich dieser Schriftzug ins Auge:verstehen, wer wir sind. Wer ist mit„ wir“ gemeint und wiekann man hier dieses„ wir“ verstehen?
AR: Als ich im April 2011 hergekommen bin, war diese Leuchtrekla-memöglichkeit schon im Bau, wir sind also auf den fahrenden Zugaufgesprungen. Ich kann es überhaupt nicht ertragen, wenn Men-schen irgendwo neu antreten und erst einmal sagen, was alles schlechtwar, das funktioniert überhaupt nicht, das ist respektlos. Wir habenalso intern besprochen, was wir damit machen können. Dass es sehrplakativ nach außen wirkt, ist eine große Chance. Uns war schnellklar, dass wir keine ständig wechselnde Reklame machen, sondernein Statement nach außen geben wollen. Wir sind am Schluss einfachauf eine sehr kurze Form gekommen: verstehen, wer wir sind. Wobeidieses„, wir" sehr offen ist, das war uns sehr, sehr wichtig. Dann habenwir gesagt, wir testen das jetzt einmal, und wir haben sehr gute Rück-meldungen bekommen. Ich hätte auch schon eine Idee für einenNachfolgespruch:„, wir sind anders, als ihr denkt" das bekommenwir nämlich auch oft von Museumsbesuchern als Rückmeldung. DasStatement soll eigentlich nur zum Nachdenken anregen. Ich glaubenicht, dass wir das einlösen können, was da draufsteht. Aber wir kön-nen einen Beitrag dazu leisten, dass im Museum über genau dieseFragen geredet wird.