Ute Holfelder
,, Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt..."– Die Kärntner Landeshymne
und die Herstellung desDispositivs Kärnten/ Koroška
In diesem Beitrag werden die Entstehungsgeschichte sowie der Gebrauchdes Kärntner Heimatlieds kulturanalytisch befragt. Der Untersuchungs-zeitraum reicht vom 19. Jahrhundert über die Zeit des KärntnerAbwehrkampfs' und der, Volksabstimmung' 1920 bis in die Gegenwart.Die seit 1966 offizielle Landeshymne wird als Teil des DispositivsKärnten/ Koroška untersucht, in dessen Rahmen Konflikte um Sprache,Grenzen und Zugehörigkeiten von deutschnationalen Gruppierungenund der slowenischen Minderheit stattgefunden haben und noch immerstattfinden.
,, Wo man mit Blut die Grenze schrieb“ Zur anhaltendenAktualität des Dispositivs Kärnten/ Koroška
Im Sommersemester 2018 lobte der Rektor der Alpen- Adria- Uni-versität Klagenfurt, Oliver Vitouch, einen Ideenwettbewerb füreine neue vierte Strophe der Kärntner Landeshymne aus.' Die Aus-schreibung begründete er damit, dass der Text nicht mehr zeitgemäßsei, weil„ Grenzen heute nicht mehr mit Blut geschrieben“ wür-den. Gemeint ist die Grenze zwischen Österreich und Slowenien,die 1920 nach militärischen und politischen Auseinandersetzungengezogen worden war. Im Grenzgebiet Kärnten leben heute neben derdeutschsprachigen Mehrheitsbevölkerung Angehörige der sogenann-ten slowenischen Volksgruppe. Wie hoch der Anteil der slowenisch-sprachigen KärntnerInnen tatsächlich ist und in der Vergangenheit
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O. A.: Wettbewerb für eine neue Strophe der Landeshymne,https://www.aau.at/landeshymne/( Zugriff: 9.12.2019).