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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXXII/ 121, 2018, Heft 1
privaten Religionsausübung als Vergegenwärtigung der letzten Dinge undsomit als Anstoß zum Sinnieren über begangene Sünden sowie ein from-mes Leben und Sterben fungierten. Hier sah die Forscherin deutliche Par-allelen zum Sakrament der Buẞe. Anhand zweier Exemplare beschrieb sieüberdies die Signifikanz, die dabei dem verwendeten Material sowie denbisweilen sehr drastischen, mehr oder weniger lebensecht modelliertenKörperdarstellungen zukam.
Mit pointierten und erhellenden Beiträgen
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das wurde im Laufe
der beiden Tage mehrfach deutlich haben die Vortragenden nicht nurdas Publikum, sondern sich immer wieder auch gegenseitig inspiriert. Inihrem Zusammenspiel haben die zum Teil sehr unterschiedlichen Heran-gehensweisen an die Thematik, und die folglich sehr große Bandbreite aninterdisziplinären Perspektiven auf Formen und Formeln des Bekennens,zum Gelingen einer ebenso kurzweiligen wie inhaltlich anregenden Ver-anstaltung beigetragen. Auch über die Vorträge hinaus bot die Tagungein Forum für einen lebhaften Austausch in angenehmer Atmosphäre;sowohl auf fachlicher( und fachübergreifender) als auch persönlicher
Ebene.
Michael Münnich
Workshop ,, Netzwerk kulturwissenschaftliche Stadtforschung:Kulturwissenschaftliche Stadt- Land- Forschungen in der Diskussion",Wien, 22.- 23. Februar 2018
Am 22. und 23. Februar 2018 fand am Institut für Europäische Ethnologieder Universität Wien der siebte Workshop des Netzwerkes für kulturwis-senschaftliche Stadtforschung statt. Hinsichtlich seiner Agenda verfolgtedas diesjährige Programm eine thematische Doppelbewegung: zum einenwurden Inputs zu laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojektengegeben, zum anderen aktuelle Ansätze und Konzepte zur Erforschungvon Stadt- Land- Beziehungen diskutiert. Ergänzt wurde das Programmdurch ein gemeinsames Abendessen und einem Stadtrundgang.
Die Organisatorinnen Brigitta Schmidt- Lauber und Cornelia Dlabaja( beide Wien) eröffneten die Veranstaltung durch Vorstellung des Pro-gramms, wobei sie die Dringlichkeit, einen Brückenschlag zwischen derkulturwissenschaftlicher Stadtforschung und den aus dem Fach kom-