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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXXII/ 121, 2018, Heft 1
Die nächste Tagung des Netzwerks findet am 22./23. Februar 2019in Wien statt und soll sich mit Konzepten auseinandersetzen, welche dieScharnierfunktion, die trennenden wie verbindenden Elemente räumli-cher Konstellationen in den Fokus rücken.
Jan Lange und Oliver Müller
Tagungsbericht ,, Ethnography in Times of Populism. Mind the Gap 2"Alpen- Adria- Universität Klagenfurt, 1.- 2. März 2018
Der internationale Workshop Ethnography in Times of Populism. Mindthe Gap 2 fand am 1. und 2. März 2018 an der Alpen- Adria- UniversitätKlagenfurt statt und wurde von Alexandra Schwell und Janine Schemmerorganisiert. Ziel war es, eine anthropologische Debatte über die immerdeutlicher werdenden Verschiebungen auf der politischen Landkarte inGang zu setzen: Populismus, Autoritarismus und Nationalkonserva-tivismus sind nicht nur in Europa auf dem Vormarsch. Doch währenddie Kulturanthropologie ihren Fokus gerne auf die Unterdrückten undMarginalisierten richtet, denen in der Regel die Sympathien der/ des For-schenden gelten, sind ethnografische Forschungen zu Akteurinnen undAkteuren des Rechtspopulismus bisher selten. Da das Fach aber aus Sichtder am Workshop Beteiligten einen wichtigen Beitrag zu dieser gesell-schaftlichen Debatte leisten könnte und sollte, wurden theoretisch- analy-tische Zugänge, methodologische Herausforderungen und die öffentlicheRolle der Kulturanthropologie thematisiert. Damit wurde an die Ergeb-nisse eines ersten Workshops zum Thema angeknüpft( Mind the Gap.Problematizing Social Gaps and Ethnographic Knowledge, 27.- 28. April2017, HafenCity Universität Hamburg).
Die drei Sessions des Workshops wurden jeweils von drei Kurzinputseingeleitet, an die sich ausführliche Diskussionen anschlossen. Die Diag-nose, dass ethnografische Forschungen über und mit, unsympathischenoder gar, langweiligen Anderen, wie Wähler* innen rechtspopulistischerParteien und Angehörigen der weißen Mittelklasse, zurzeit ein Nischen-dasein fristen, bildete den Ausgangspunkt der ersten Session mit dem Titel„ Where do we come from? Preconceptions and Analytic Approaches".Dem steht die offensichtliche aktuelle politische Relevanz dieser Grup-pen gegenüber: Es besteht anscheinend eine Lücke( Mind the Gap!) zwi-