Jahrgang 
121 (2018) / N.S. 72
Seite
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXXII/ 121, 2018, Heft 1

pretationen zur neuesten Geschichte des Hauses hier überaus mager aus.Das hat auch Konsequenzen für den historischen Begriff von Haus, wieer hier entwickelt wird. Nahezu die gesamte Entwicklung des moder-nen Einfamilienhauses, die Sonja Hnilica und Elisabeth Timm neulich ineinem Themenheft der Zeitschrift für Kulturwissenschaften" behandelthaben, bleibt dabei ausgespart. Damit fehlt ein äußerst wichtiger Strangder Hausforschung und die Reflexion zu einem signifikanten Haustypder Hinweis auf Hermann Bausingers, Markus Brauns und HerbertSchwedts Untersuchung zu den Neuen Siedlungen der 1950er Jahre isthier nur eine von vielen möglichen Referenzen.

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Nimmt man die genannten Einschränkungen in Kauf, dann bietet dasHandbuch Das Haus in der Geschichte Europas" einen hervorragendenÜberblick über die historische oder besser gesagt: die geschichtswis-senschaftliche Forschung zum Haus in der Frühen Neuzeit. Mit seinenÜberblicksdarstellungen zum neuesten Forschungsstand und originellenEinzelbeiträgen ergänzt der Band vorliegende Referenzwerke wie etwadie von der Wüstenrot- Stiftung herausgegebene fünfbändige Geschichtedes Wohnens". Die Aufsätze sind allesamt sorgfältig erarbeitet, klugzusammengestellt und ansprechend layoutiert. Leider dürfte der enormeAnschaffungspreis von rund 80 Euro dazu führen, dass dieses Haus- Buchkein Buch für den Hausgebrauch werden wird. Der Gang in die Biblio-thek lohnt sich für dieses Werk aber allemal.

Jens Wietschorke

Tobias Scheidegger: ,, Petite Science".

Außeruniversitäre Naturforschung in der Schweiz um 1900.Göttingen: Wallstein Verlag 2017, 707 Seiten.

Es gibt kulturwissenschaftliche Publikationen, die sich in besondererWeise mimetisch zu ihrem Gegenstand verhalten. Das gilt beispiels-weise für einige Untersuchungen zur Anthropologie der Nacht und desNachtlebens, die poetische Beschreibungssprachen entwickeln, um die-sem Thema gerecht werden zu können. Das gilt für Arbeiten zur Stadt-,Populär- und Popkultur, die sich reflexiv als Teil des Feldes begreifen,um das es ihnen geht. Und das gilt auch in bestmöglicher Weise- fürdie 2017 erschienene Untersuchung des Zürcher Kulturwissenschaftlers