Jahrgang 
121 (2018) / N.S. 72
Seite
182
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182 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXXII/ 121, 2018, Heft 1

Bandes, wie man es im Übrigen vom Göttinger Wallstein Verlag gewohntist, weit über dem Durchschnittsniveau vergleichbarer wissenschaftlicherPublikationen. Inhalt und Form kommen hier zusammen: Das Buchvon Tobias Scheidegger bietet einen grandiosen, quellengestützten undzugleich enzyklopädischen Überblick über die außerakademische Natur-forschung in der Schweiz um 1900, es stellt eine empirische Studie vonaußerordentlicher Qualität dar und kann auch im Hinblick auf angren-zende Felder und Aspekte der Wissens- und Wissenschaftsgeschichte alskünftiges Referenzwerk gelten.

Jens Wietschorke

Claudius Ströhle: Migrationsschule. Wie SchülerInnen

lernen zwischen Uns und den Anderen zu unterscheiden(= Bricolage. Monografien, Bd. 1).

Innsbruck: university press 2017, 152 Seiten, Abb.

Unter dem Titel Migrationsschule" widmet sich der erste Band der, bri-colage monografien. Innsbrucker Studien zur Europäischen Ethnologie"einem höchst aktuellen und politisch seit Jahrzehnten intensiv diskutier-ten Thema: dem Umgang der Institution Schule mit Fragen der Migra-tion und Ethnizität in den Klassenzimmern. Dass der Autor ClaudiusStröhle sich dem Thema im Zuge einer Qualifikationsarbeit widmete, istbemerkenswert und der Arbeit nicht anzumerken. Sowohl in Bezug aufden inhaltlichen Umfang der Erhebungen und Analysen als auch in Hin-blick auf die Ansprüche der Arbeit legt Ströhle hier ein überaus beach-tenswertes Werk vor.

Claudius Ströhle nähert sich dem Thema in drei Abschnitten. Imersten Teil der Arbeit legt der Autor zunächst seine Herangehensweisein Form einer kritischen Auseinandersetzung mit dem ethnografischenZugang zum Thema offen, denn die Schlüsse der vorliegenden Arbeitresultieren überwiegend auf den Erhebungen und DokumentationenStröhles im Rahmen einer neunwöchigen Feldforschung in einer Tiro-ler Neuen Mittelschule( NMS). Ströhle zeigt hier etwas umfangreich,aber selbstkritisch die Herausforderungen bei den Forschungsarbeitensowie die persönlichen Überforderungen auf. Er bleibt jedoch bei derReflexion der Methode nicht stehen, sondern setzt sich ebenso kritisch