Editorial
Ein Editorial ist jener Ort in Zeitschriften, an dem die VerantwortlichenAuskunft und Erklärungen über Veränderungen in Inhalt und Ausrich-tung ihres Organs abgeben. Gerne nutzen die HerausgeberInnen der ÖZVdiese Gelegenheit, die Inhalte dieses Heftes vor- und Entwicklungen imÖZV- und Fachgeschehen darzustellen.
Neuerungen gibt es sowohl bezüglich der Textformate als auch derInhalte. Im letzten Heft führten wir in der Rubrik Mitteilungen das For-mat ,, Interviews zwischen Universitäts- und MuseumsakteurInnen" ein.Für dieses Heft interviewte Katharina Eisch- Angus die vergangenes Jahrpensionierte Kuratorin des beim Universalmuseum Joanneum angesie-delten Grazer Volkskundemuseums.
In den Abhandlungen präsentieren die Historiker Matthias Kalten-brunner und Frank Sysyn das Format der Quellenedition in der ÖZV. Diedadurch bereitgestellten Quellen des ukrainischen Sammlers MychajloZubryckyj aus dem frühen 20. Jahrhundert und seine Korrespondenzmit dem Schweizer Volkskundler Eduard Hoffmann- Krayer eröffnenZusammenhänge der volkskundlichen Fach- wie Museumgeschichte.
Ein wissenschaftspolitisch bedeutsames und höchst aktuelles Themaspricht die Abhandlung von Sabine Imeri an. Diese führt nicht nur dif-ferenziert und grundlegend in das überaus komplexe, und zusehendsdrängendere Feld des wissenschaftlichen Datenmanagements und seinerImplikationen ein. Als diesbezügliche Expertin im deutschsprachigenRaum umreißt die Autorin brisante Problemfelder und Anforderungen,die sich der Europäischen Ethnologie derzeit und für die Zukunft stel-len. Diese Abhandlung soll ein Anstoß für eine breitere Diskussion zumdynamisch und teilweise unübersichtlich sich entwickelnden Themen-komplex von Datenmanagement und Digitalisierung insgesamt sein: Wiewirken sich die derzeitigen Entwicklungen und Diskussionen auf eineempirisch- ethnologisch und historisch arbeitende Kulturwissenschaftaus? Was bedeutet Datenmanagement für Sicherung und Nachnutzung,vor allem aber für den Forschungsprozess und die Forschungsziele an uni-versitären und außeruniversitären Einrichtungen oder in Museen? Wiebeeinflussen die formalen Anforderungen an das Datenmanagement dieAnlage von Forschungsfragen und-designs insbesondere in Drittmittel-anträgen? Die ÖZV möchte die Möglichkeit bieten, spezifische Problemeoder Fragen zu behandeln und einer breiteren( Fach) Öffentlichkeit vorzu-