Jahrgang 
73 (1970) / N.S. 24
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neben der Technologie in dem neuen Schiffahrtsmuseum eindrücklichenNiederschlag gefunden.

Beide Museen wurden von der Oberösterreichischen Landesregierungin großzügiger Weise gefördert und halten gestaltungsmäßig in jederWeise den Standard des neuen Linzer Schloßmuseums. Für beide Mu-seen sind gut ausgestattete Kataloge erschienen. Franz Lipp

Bericht von einer Dorfuntersuchung in Savoyen, Frankreich

( Mit 2 Abbildungen)

Die Sonderausstellung Französische Volkskunst" des Österreichi-schen Museums für Volkskunde im Schloßmuseum Gobelsburg( Nieder-österreich) bietet die Gelegenheit, nach Jahren wieder auf die bedeu-tende sammlerische und wissenschaftliche Leistung der nach der Jahr-hundertwende von Wien aus besonders geförderten VergleichendenVolkskunde" hinzuweisen'). Angeregt von ihrem akademischen LehrerMichael Haberlandt, führten vor allem zwei Wiener Forscher, EugenieGoldstern und Rudolf Trebitsch, noch vor dem ersten Weltkrieg densammlerischen Ausgriff auf Landschaften im Westen und Süden Euro-pas. Während Rudolf Trebitsch sich der linguistischen und volkskund-lichen Untersuchung der sprachlichen Restvölker Westeuropas, denInselkelten in Wales, den Festlandkelten in der französischen Bretagneund den Basken in den französischen und spanischen Pyrenäen zu-wandte, richteten sich die Forschungen von Eugenie Goldstern beson-ders auf die zentraleuropäischen Hochgebirgsgegenden in der Schweiz( Graubünden und Wallis), Italien( Piemont) und Frankreich( Savoyen).Unter den volkskundlichen Kollektionen, die beide Forscher ausihren Arbeitsgebieten nach Wien brachten und dem Museum überließen,befanden sich auch die in ihrer Geschlossenheit und Systematik einzig-artige Reihe von Gegenständen aus der savoyischen Hochgebirgsge-meinde Bessans in der Haute- Maurienne zu Füßen des höchsten Alpen-passes des Iséran 2). Was Goldstern aus Bessans nach Wien gebrachthatte, war die gegenständliche Dokumentation ihrer volkskundlichenDorfuntersuchung von Bessans, die sie während eines längeren For-schungsaufenthaltes an Ort und Stelle geführt und später als eine derfrühesten volkskundlichen Dorfmonographien auch in einem eigenenBuch veröffentlicht hatte ³).

Diese Dorfbeschreibung des Jahres 1913/14 ist in unseren Tagen Aus-gangspunkt und Grundlage neuer volkskundlicher Untersuchungen ge-worden. Unter der Leitung von Univ.- Prof. Dr. Arnold Niederer habenStudenten des Faches Volkskunde an der Universität Zürich 1967, alsomehr als fünfzig Jahre nach Eugenie Goldstern, neue Bestandsaufnah-men in Bessans durchgeführt. Dieser zweite zeitliche Querschnitt wird

¹) Schloßmuseum Gobelsburg. Sonderausstellung FranzösischeVolkskunst. Katalog von Klaus Beitl. Wien 1968(= ÖsterreichischesMuseum für Volkskunde, Außenstelle Gobelsburg).

2) Österreichisches Museum für Volkskunde Inv. Nr. 32.653-687und 32.916-939.

3) Eugenie Goldstern, Hochgebirgsvolk in Savoyen und Grau-bünden. Ein Beitrag zur romanischen Volkskunde. I. Bessans. Volks-kundliche monographische Studie über eine savoyische Hochgebirgs-gemeinde( Frankreich). II. Beiträge zur Volkskunde des bündnerischenMünstertales( Schweiz). Wien 1922(= Supplementhefte zur Zeitschriftfür österreichische Volkskunde, Bd. 14).

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