Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde41 (1936) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde

  
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41 (1936) / Wiener Zeitschrift für Volkskunde
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Abhandlungen und kleinere Mitteilungen.

Der Bandltanz in den romanischen Ländern.von Artur Michel

Die volkskundliche Forschung der letzten Jahrzehnte hat dieweite Verbreitung des Bandltanzes und zugleich die verhältnis-mäßig feste Abgrenzung seines Vorkommens in den zum deutschenSprachgebiet gehörenden Alpenländern festgestellt. Um so über-raschender wirkten Nachrichten über das gelegentliche Auftauchendieses Tanzes in amerikanischen Ländern( Mexico, Südamerika).

Eine Verbindung, wenn auch zunächst nur im äußerlichstenSinne, zwischen den beiden Verbreitungsgebieten wenn mandie amerikanischen Fundorte zu einem Gebiet zusammenfaẞtscheint Spanien zu bilden, dessen Conquistadoren seit dem Aus-gang des 15. Jahrhunderts ihre Bräuche, und nicht zuletzt ihreTänze, über das Meer mitgenommen haben. Die Anhänglichkeitder überseeischen Spanier an ihre heimatlichen Bräuche, besonderswenn diese einen mehr oder weniger ausgesprochenen kultischenCharakter trugen, hat bewirkt, daß manche uralte Tänze jenseitsdes Ozeans bis auf den heutigen Tag nicht bloß bei den Nach-kommen der spanischen Einwanderer sich erhalten haben, sonderndaß einzelne von den Eingeborenen und zwar mit dem Christen-tum, deutlicher gesprochen: mit den religiösen Festen, an die siegebunden waren, z. B. dem Johannisfest, der Fronleichnams-prozession übernommen wurden. So erklärt sich z. B., daß manheute noch in weiten Gebieten Mexicos den als Cristianos y Moros"bezeichneten Kampftanz kennt. So erklärt sich wohl auch die Be-wahrung des Bandltanzes.

Soweit ich sehe, ist aber gerade der spanische Bandltanz, dersich stellenweise auch in seiner Heimat bis ins 15. Jahrhundertzurückverfolgen läßt, der deutschen Wissenschaft unbekannt ge-blieben. Die Gemeinsamkeit der Grundzüge, die ihn mit demdeutschen Bandltanz verbindet, und nicht weniger die spanischenBesonderheiten der Ausführung und des Zubehörs sind geeignet,zur Erhellung der Geschichte des Tanzes beizutragen.

Uebrigens sind die beiden Bereiche des Bandltanzes, diesessüdlich der Pyrenäen und jenes auf dem Nordhang der Alpen, nichtvöllig gegeneinander abgeschlossen. Auch in Südfrankreich hat manden Bandtanz in früheren Jahrhunderten und anscheinend sogar bis