Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
2 (1896) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Ethnographische Chronik aus Österreich.

Nemts a a Zuckaka ndl¹)

U a hals) Pfund Mandi

U a söiẞa Mülch af ran Brai.

Touts as z'sammagebn

U dazou Ziwebn, ³)

Machts a lusti gschwind döi Bacharai.

6.

183

Sats no kane Narrn,

Lauts uns dau niat sparrn,

Söchtö Feiatogh san in Gaua nor a mal.")

Spüllait sats reat munta,

Raißt a Tanzl runta:

Vivat allas heint 5) ban Fraidnschall!

III. Ethnographische Chronik aus Österreich.

1896.

Die Photographie im Dienste der Volkskunde.)

Von Dr. M. Haberlandt.( Mit 6 Abbildungen.)

Heutzutage zieht jede Wissenschaft die schöne Kunst der Photographie in ihren Dienst.Nicht nur die Naturwissenschaften, auch die Geist- und Kunstwissenschaften fordern Abbildungenihrer Gegenstände von der Photographie, da sie in solcher Schärfe und Genauigkeit, in solcherRaschheit und Zuverlässigkeit von nichts anderem geliefert werden können. Auch die jungeWissenschaft der Volkskunde wendet sich vertrauensvoll an die Pfleger und Freunde dieserschönen Kunst. Ihr verschwindet der Stoff zusehends vor den Augen und unter den Händen.Die moderne Zeit räumt mit den primitiven Glossar ::: zum Glossareintrag  primitiven Schöpfungen des Volksthums, der Volkskunst uner-bittlich und unaufhaltsam auf. Das ländliche Leben verstädtelt und mit ihm gehen die wert-vollsten Zeugnisse unserer Entwicklung, der nationalen Vergangenheit unwiederbringlich verloren.Da gilt es in elfter und zwölfter Stunde einzugreifen; es gilt die Dinge selbst, und wo dies nichtangeht, wenigstens ihr Bild festzuhalten

und für die Wissenschaft aufzunehmen.In hundert und aber hundert Winkelzerstreut und zersplittert ist der unge-heure Stoff der Volkskunde; es gilt, ihnüberhaupt erst einmal auf einen einzigenPunkt zu prüfender Vergleichung zu-sammenzutragen.

Die kunsthistorische Ab-theilung, welche sich im Camera-Club zur Unterstützung der auf dieErhaltung und Erforschung alter Bau-und Kunstdenkmäler gerichteten Thätig-keit der k. k. Centralcommissiongebildet hat, in erster Linie, sodannaber jedes Clubmitglied, sei es in Wien,sei es im Freien draußen, könnte sichein großes und bleibendes Verdienst umdie heimische Volkskunde erwerben, wenn es neben den historischen und kunstmäßigen Schöpfungenauch den volksthümlichen Themen und Objecten seine Aufmerksamkeit und eine recht fleißigeThätigkeit seiner Camera widmen würde.

Fig. 128. Gehöfte mit trocknenden Kuhfladen auf derMauer, Kissileu( Bukowina).

1) Kandiszucker. 2) Halbes. 3). Rosinen( getrocknete weiße Weinbeeren). 4) SolcheFeiertage sind im Jahre nur einmal. 5) Heute.

6) Über freundliche Aufforderung der Leitung des« Camera»- Clubs der Amateur-photographen hielt der Gefertigte im Monat April in diesem Verein einen Vortrag, welcher dieClubgenossen zu photographischen Aufnahmen volkskundlicher Objecte anregen sollte. Im folgendenist dieser Vortrag auszugsweise aus dem Cluborgan( Wiener Photogr. Blätter, Maiheft) zumWiederabdruck gebracht. Für die Überlassung der Clichés gebührt der Clubleitung unser ver-bindlichster Dank.

Der Red.