Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde8 (1902) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde

  
Jahrgang 
8 (1902) / Zeitschrift für österreichische Volkskunde
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Die Fischerhütten in der österreichischen Laguna.

Die Fischerhütten in der österreichischen Laguna.Von Dr. Arthur Petak, Professor am Staatsgymnasium in Görz.

( Mit 6 Abbildungen.)

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Da, wo die Grafschaft Görz- Gradisca bis an das adriatische Meerhinabreicht, unterscheidet man zwei wesentlich verschiedene Theile.Der östliche Abschnitt vom triestinischen Territorium bis zur Mündungdes sagenhaften, geheimnissvoll entspringenden Timavo besitzt einefelsige Küste, an welcher die Wogen dem unwirthlichen Karstgesteinkleine romantische Buchten abgerungen haben. Die grössere westlicheHälfte vom Timavo bis zum italienischen Grenzfluss Aussa ist Lagunen-land. Im Laufe von Jahrhunderten haben der Isonzo und seine kleinerenNachbarn dieses Erdreich von den Gebirgen herabgetragen und dasfeste Land hat sich immer weiter ins Meer vorgeschoben.

هم سلام

Fig. 7. Fischerhütten in der Lagune.

Den Mittelpunkt dieses halbkreisförmigen, von Inseln, Inselchenund Canälen durchzogenen Gebietes bildet der alte PatriarchensitzGrado, neuerdings als Seebad zu grosser Bedeutung gelangt. Rechtsund links davon erstreckt sich auf ungefähr 15 km Länge eine Lagunen.landschaft( Fig. 7), welche in ihren Fischerhütten, Casone genannt, einebeachtenswerthe volksthümliche Erscheinung aufweist, umsomehr alsdiese eigenthümliche, an die Pfahlbauten erinnernde Form weit zurück-reicht und seit vielleicht tausend Jahren keine Aenderung erfahren hat.*)

Jede dieser Hütten steht auf einer kleinen Landzunge, im Volks-munde barene genannt, oder einem kleinen Inseldreieck, welchesmeist durch Ausheben der Umgebung künstlich erhöht worden ist,um gegen eine Hochfluth geschützt zu sein( Fig. 8). Die kleinenCanäle, welche sich um die Niederlassung ziehen, sind theils ursprünglich

*) Die Anregung zu dieser Mittheilung gab der k. k. Oberforstcommissär HerrConrad Rubbia in Görz, dem an dieser Stelle für seine Unterstützung nochmals der besteDank abgestattet wird.

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