Jahrgang 
105 (2002) / N.S. 56
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2002, Heft 2

Literatur der Volkskunde

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angestrebten Modernisierungsprozeß in Bulgarien in der ersten Hälfte des20. Jahrhunderts"( S. 277ff).

Sodann folgt das umfangreiche Literaturverzeichnis( S. 287ff), das Quel-lenverzeichnis zur bulgarischen landwirtschaftlichen Fachliteratur( S. 317ff), das Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen( S. 335f) sowieein englisches summary und ein bulgarisches Resümee( S. 337ff). Registerwären vielleicht angebracht gewesen und hätten auch eine selektive Benüt-zung des Bandes erlaubt. In jedem Fall ist hier auf mustergültig gründlicheund systematische Art und Weise ein in der südosteuropäischen Volkskundeselten behandeltes Thema erfasst: die Modernisierungsprozesse in der Land-wirtschaft und ihre ,, aufklärerische" Vorgeschichte.

Walter Puchner

MERAKLIS, Michael G.: лαpaµúšiɑ µas[ Unsere Märchen].Athen, Entos- Verlag, 2001, 170 Seiten, ISBN 960-8229-03-0.

Im allgemeinen sagt man, ein wissenschaftlich gutes Buch hält etwa 25 Jahrelang, bis es, von der Zeit überrollt und von neuerer Literatur überwuchert,wohl seine Funktion erfüllt habend, ersetzt werden muß. Bei Meraklis dauertes etwas länger: Sein Märchenband, der in Thessaloniki 1973 erschienen istund lange Jahre vergriffen war, wurde ohne Änderungen von einem AthenerVerlag wiederaufgelegt, unter anderem auch Zeichen dafür, wie sehr zur Zeitdie Märchen in Griechenland wieder geschätzt werden. Einige Kapiteldieses ansprechenden Büchleins sind inzwischen der deutschsprachigenLeserschaft durch meinen Übersetzungsband( Michael G. Meraklis, Studienzum griechischen Volksmärchen, eingeleitet, übersetzt und bearbeitet vonWalter Puchner, Wien 1992, Raabser Märchenreihe 9) bekannt geworden:so Kapitel 1,, Das griechische Märchen( S. 15–26, in der neuen griechi-schen Ausgabe S. 38-58), Kapitel 6,, Verwandlung und Totenauferstehungals Gattungselemente in der griechischen Volksliteratur( S. 81-98, nunS. 110–135), Kapitel 7,, Lieder in griechischen Märchen( S. 99–114, nunS. 136–157), Kapitel 8,, Mechanik in Märchen( S. 115–124, nun S. 158–170). Die übrigen Kapitel betreffen 1. ,, Das Märchen( S. 15–37), 2. eineEinführung, 3. ,, Das Märchen als Gegenstand philologischer Untersu-chung"( S. 59–74, Erstveröffentlichung in Parnassos 13, 1971, S. 521–532),eine Untersuchung über den Rückgang des Märchenerzählens, der dieMärchen immer mehr zu philologisch zu untersuchenden Texten macht,4. ,, Anmerkungen zum Märchen der Blondhaarigen[ Rapunzel, Persinette,Petrosinella]( S. 75-109, zuerst in Laografia 21, 1964, S. 443–465), eine