Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
Band LV/ 104, Wien 2001, 489-536
Literatur der Volkskunde
HEIDRICH, Hermann( Hg.): SachKulturForschung. Gesammelte Beiträ-ge der Tagung der Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum in derDeutschen Gesellschaft für Volkskunde vom 15. bis 19.9.1998 in BadWindsheim.(= Schriften und Kataloge des Fränkischen Freilandmuseums,Bd. 32). Bad Windsheim 2000, 221 Seiten, s/ w- Abb.
In diesem erfreulichen Band ist eine sehr erfolgreiche Tagung dokumentiert.Rund 150 Teilnehmer- und beileibe nicht nur der Nachwuchs- hatten sichim September 1998 in Bad Windsheim eingefunden und bis auf GottfriedKorff und Ludolf Kuchenbuch haben es auch alle geschafft, ihre Beiträgerelativ zügig einzureichen, so dass der Band zwei Jahre nach der Tagungerscheinen konnte.
Ein engagiertes und theoretisch fundiertes Plädoyer für eine neue Sach-kulturforschung legt der Organisator der Tagung und heutige Direktor desFreilichtmuseums Molfsee bei Kiel als Eröffnung des Bandes vor( ,, Facettenzu einer Theorie der Dinge").
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Es folgen 15 weitere Beiträge, die hier zwar alle genannt, aber nicht alleausführlich genug besprochen werden können. Andrea Hauser setzt sich mitJohann Beckmann auseinander dieser ist bestens durch die wissenschaft-liche Forschungsgesellschaft gleichen Namens bekannt gemacht worden. Esschließt sich ein Bericht an über die Praxis des musealen Sammelns von JanCarstensen. Der Zusammenhalt von Forschung, Dokumentation und theo-retischer Erschließung des Sammlungsgutes wird hier exemplarisch an derUhrensammlung des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold geschildert.Gabriele Mentges liefert einen historisch fundierten Bericht über die Samm-lungen der ,, Geschmacksverirrungen", die Gustav Pazaurek in Stuttgartzusammengetragen hatte. Wie in dem von Kaspar Maase und WolfgangKaschuba edierten Band ,, Schund und Schönheit. Populäre Kultur um 1900"( Köln, Weimar, Wien 2001) ist der Kampf gegen die ,, Nippeskultur" undden schlechten Geschmack das Thema. Allerdings reichte Pazaureks Samm-lung bis zum von ihm verurteilten Nazikitsch. Mentges macht in ihrer,, Restudy" der Arbeit von Gudrun Kainz( 1986) klar, dass für unsere Gegen-wart das Sammlungsgebiet Kitsch/ Nippes abgeschlossen sei und dass derPazaureksche Sammlungsbestand insofern ein abgeschlossener, mithin hi-storischer ist.