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Chronik der Volkskunde
Europäische Ethnologie an der Wende:Perspektiven Aufgaben- KooperationenBulgarisch- österreichisches Kolloquium
ÖZV LIII/ 102
vom 10. bis 12. Oktober 1999 anläßlich der Ausstellung,, Zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren.Historische Kalenderbräuche aus Bulgarien“ im Schloß Kittsee
Als Folge der intensiven Zusammenarbeit mit osteuropäischen Wissen-schaftsinstitutionen kann die Initiative EFMO( Ethnologie- Forum Mittel-und Osteuropa) gesehen werden. Im Rahmen dieser Initiative werden ver-stärkt ethnographische Ausstellungen aus osteuropäischen Ländern insSchloß Kittsee eingeladen. Infolge der dabei stattfindenden Zusammenar-beit mit Fachkollegen und Kolleginnen entsteht ein Dialog, der dem Aus-tausch des jeweiligen Wissenschafts- und Kulturverständnisses im weiterenSinne förderlich ist. Schließlich bietet das Produkt dieses Dialogs- dieAusstellungen und Publikationen- der Öffentlichkeit Einblicke in geogra-phische und kulturelle Bereiche, die vielen nur durch kurze mediale Streif-lichter bekannt sind. Somit stellt das als ,, Fenster zum Osten“ bezeichneteSchloß Kittsee ein Forum für grenzüberschreitenden kulturellen Austauschund interdisziplinäre Kontakte dar.
Während 1998 der Westen der Ukraine( Galizien) thematischer Schwer-punkt war, steht 1999 Bulgarien im Mittelpunkt des Geschehens. DasEthnographische Institut mit Museum der Bulgarischen Akademie der Wis-senschaften zeigt ,, Historische Kalenderbräuche aus Bulgarien“ in denSchloßräumlichkeiten. Konzept und Gestaltung der Ausstellung ,, Zwischendem Sichtbaren und dem Unsichtbaren“ wurden von Mitarbeiterinnen desInstituts in Sofia erstellt, ebenso die Ausstellungs- und Katalogtexte verfaßt.Bei einem persönlichen Besuch der Verantwortlichen in Kittsee letztenDezember konnten die Räumlichkeiten in Augenschein genommen und einerstes Konzept für die Adaptierung erarbeitet werden. Die weitere Zusam-menarbeit verlief aufgrund der elektronischen Medien reibungslos und zeit-sparend. Als Ergänzung bietet das Ethnographische Museum Schloß Kittseeim Rahmen von EFMO eine sozialhistorische und wissenschaftsgeschicht-liche Einführung in das Land und das Thema. Hierbei wurde das Museumvon Spezialistinnen inhaltlich unterstützt.
Kern der Ausstellung ist die Sammlung historischer bulgarischer Trachtenaus dem Ethnographischen Nationalmuseum in Sofia, die den Theater- undSpielcharakter der Bräuche verdeutlichen sollen. Diese kunstvollen Fest-tagsgewänder sind erstmals außerhalb Bulgariens zu sehen. Ergänzt werdensie durch einige für die Feste typischen Exponate sowie reiches historisches