Jahrgang 
101 (1998) / N.S. 52
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Literatur der Volkskunde

ÖZV LII/ 101

unverantwortliche und in

aus der Sicht der ,, filmenden Wissenschaften"groẞkoalitionärer Eintracht beschlossene Schließung des Österreichischen Bun-desinstituts für den wissenschaftlichen Film( ÖWF) durch das zuständigeWissenschaftsministerium im Jahre 1997 ein diesbezügliches und auch inqualitativer Hinsicht befriedigendes Arbeiten künftig weitgehend unmöglichgemacht. Österreichs Wissenschaft, im internationalen bzw. europäischenVergleich ohnehin nicht im Vorderfeld zu finden, nimmt somit dank derheimischen Wissenschaftspolitik zumindest bei der Mißachtung des Filmsals Medium von und für Wissenschaft eine Spitzenstellung ein.

Anmerkungen

1 Vgl. die Besprechung von Walter Dehnerts zweibändiger Arbeit ,, Fest undBrauch im Film" in dieser Zeitschrift( ÖZV IL/ 98[ 1995], H. 4).

2 Husmann, Rolf u.a.( Hg.): A Bibliography of Ethnographic Film/ Eine Bibliogra-phie des ethnologischen Films(= Göttinger kulturwissenschaftliche Studien, Bd.1). Münster- Hamburg 1992.

Olaf Bockhorn

HEMMERSAM, Flemming( Hg.): ,, To Work, to Life or to Death". Studiesin working class lore(= Selskabet til Forskning i Arbejderbevegelsens Historie[ SFAH], Publication series no. 37). Copenhagen, SFAH, 1996, 363 Seiten.

Der hier anzuzeigende englischsprachige Sammelband, der Beiträge zur,, working class lore aus Norwegen( von Anne Eriksen), Dänemark( vonFlemming Hemmersam) und Finnland( von Ulla- Maija Peltonen) enthält, istjenen Werken zuzuzählen, die sich primär mit Aspekten ,, klassischer" Ar-beiterkultur beschäftigen, also mit Kultur und Lebensweise der Arbeiter-schaft in der Periode zwischen 1870 und 1940, in welcher durch die Arbei-terbewegung und ihren politischen Aufstieg der vormalige ,, Vierte Stand"seine klassenspezifischen kulturellen Äußerungen entwickeln und auch öf-fentlich ,, präsentieren konnte man denke da nur an die Maifeiern.

Mit diesen, konkret mit den für diesen Anlaß jährlich geschriebenen Liedern,den ,, First of May songs", beschäftigt sich einer der Aufsätze von FlemmingHemmersam. Er behandelt am Beispiel einer Fülle von einschlägigen dänischenLiedern aus der Zeit zwischen 1890 und 1924, wie man mit diesen denForderungen der Arbeiterbewegung, etwa nach dem Acht- Stunden- Tag, Nach-druck verlieh und wie sich ,, Arbeiterbewegungs- und, Arbeiterkultur gegen-seitig beeinflußten. In einem weiteren Beitrag analysiert derselbe Autor inno-vative sozialdemokratische Feste der Zwischenkriegszeit in Dänemark und