176ÖZV, LXXX/129, 2026, Heft 1In der Abschlussdiskussion wurde nochmals betont, dassserielle Produktion auch schon lange vor dem Start der Massenpro-duktion im 19. Jahrhundert zur Ersparnis von Material und Arbeits-zeit eingesetzt wurde, wobei die dabei entstandenen Erzeugnisse kei-neswegs geringgeschätzt waren. Etliche Grundannahmen der älterenForschung haben sich als falsch erwiesen.kathrin pallestrangBERICHT ZURAusstellung Gerecht? InGiusto! Geschichten über sozialeUngleichheiten im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck,6. Juni 2025 bis 15. März 2026Einem grundlegenden gesellschaftlichen Wert ging die AusstellungGerecht? InGiusto!1nach, die als Kooperationsprojekt der Tiroler Lan-desmuseen und des Vereins tiMus – Verband Tiroler Museen nacheinem Konzept vonLisa Nogglerim Team erarbeitet und im TirolerVolkskunstmuseum gezeigt wurde. Die Ausstellung verstand sich alsBeitrag zum Museumsjahr 2025 der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, das sich anlässlich 500 Jahre Gedenkens der Tiroler Bau-ernkriege mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit, des Umgangs mitKrisen und gesellschaftlichen Umbrüchen sowie des Widerstands2beschäftigen sollte. 33 regionale Museen, Archive und Erlebnisweltenaus dem Umkreis dieser Europaregion hatten neben den Sammlun-gen der Tiroler Landesmuseen Exponate zur Verfügung gestellt, dieunterschiedliche Aspekte von sozialer Gerechtigkeit repräsentierten.Daraus entstand eine Ausstellung, die nicht nur äußerst erhellendund faktenreich war, sondern die Besucher*innen abholte und nie-derschwellig an komplexe oder belastende Themen der Vergangenheitund Gegenwart heranführte.1Ital. ingiusto= ungerecht; Ital.: giusto= gerecht.2https://museen.provinz.bz.it/de/anno-museale-euregio-2025(Zugriff:27.4.2026).