Silke Göttsch-EltenEthnografische Vignetten –Schlaglichter auf flüchtigeErscheinungen1„Ethnografische Vignette“ – das ist mehr als ein Sprachbild, es istzugleich ein Format, mit dem ethnografisches Wissen gerahmt wer -den kann. Die Ethnografie steht dabei für den fachwissenschaftlichenAnspruch, während der Begriff der Vignette sehr viel mehr Spielraumfür Assoziationen und kreative Aneignung lässt und eher spielerischwirkt. Dabei ist Vignette sowohl Begriff wie auch Sache, verweistauf Metaphorisches, ist aber auch mit Materialität ausgestattet undschließlich in sehr unterschiedlichen Kontexten zu finden. Im Druck -wesen bezeichnet Vignette ein Ornamentstück, in der Literatur einenkurzen Text, der auf bestimmte Personen bzw. Situationen bezogenist, und in der Narratologie ein Fallbeispiel, das oft ein anekdotisches,aber doch prägnantes und zutreffend berichtetes Detail aufgreift, alsoein reflexiv eingesetzter Erzählmodus.2Damit ist eine Reihe von Eigenschaften angesprochen, diesich auch im Verständnis von Vignette als Zugang zu ethnografisch-qualitativer Forschung wiederfinden. Als methodologisches Werk -zeug wird sie nicht nur in der Empirischen Kulturwissenschaft,sondern auch in anderen Fächern, u. a. in der Kultur- und Sozialan-thropologie, der Sprachwissenschaft und der Pädagogik, diskutiert.Es lohnt sich also, einen Blick auf diese Debatten zu werfen, nicht1Input gehalten auf dem SymposiumUn/Gemütlich durch Stadt und Landfür Brigitta Schmidt-Lauber zum 60. Geburtstag. Wien 20.–21. März2025.2Vgl. Art. Vignette, https://de.wikipedia.org/wiki/Vignette#(Zugriff:14.10.2025).
Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde128 (2025) / N.S. 792 (2025)Göttsch-Elten, Silke: Ethnografische Vignetten
Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde128 (2025) / N.S. 792 (2025)Göttsch-Elten, Silke: Ethnografische Vignetten
Aufsatz in einer Zeitschrift
Ethnografische Vignetten : Schlaglichter auf flüchtige Erscheinungen
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72
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