Heft 
128 (2025) 2
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Berichte und Besprechungen119BERICHT ZUMWorkshop Doing Cultural Analysis Beyond the Gap. Towardsa European Applied Anthropology, Institut für Kultur­analyse,Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, 16.–17. Mai 2025Am 16. und 17. Mai veranstaltete das Institut für Kulturanalyse derUniversität Klagenfurt den internationalen WorkshopDoing ­CulturalAnalysis Beyond the Gap. Towards a European Applied Anthropology.1DerWorkshop verstand sich als Fortführung der inhaltlichen Debatten undinstitutionellen Vernetzungsbestrebungen, die im März 2021 im Rah-men der mehrtägigen HybridveranstaltungHow to Apply Anthropology.Challenges for an Academic Disciplineaufgeworfen worden waren. Kerndes Workshops 2025 war die Frage nach dem Anwendungspotenzialkulturtheoretischer Perspektiven auf gesellschaftliche, politische undwirtschaftliche Problemlagen. Da eine solcheangewandte Anthropo-logie vor dem Problem steht, häufig als Derivat, schlimmstenfalls alseineVerunreinigung einer strikt akademischen Kulturwissenschaftwahrgenommen zu werden, setzte sich die Veranstaltung das Ziel, dieVorstellung einerLücke ­zwischen Theorie und praktischer Anwen-dung zu überwinden.Darüber hinaus wurde die Frage aufgeworfen, ob sich aus dermomentanen Anwendungspraxis kulturwissenschaftlichen Wissens,speziell in den von den Workshopteilnehmer:innen repräsentiertenKontexten, eineeuropäische angewandte Anthropologie ableitenließe, und wenn ja, wie diese aussehen könnte.Angewandte Anthropologie stellt im europäischen Raum(hier alsenlarged Europeverstanden) meist kein klar abgegrenztesFeld dar, sondern ist vielmehr ein vielstimmiges Nebeneinander vonDebatten, Forschungsprojekten und Initiativen, die sich zum Teil mitEntwicklungen in benachbarten Bereichen wie der Public Anthro-pology überschneiden. Häufig wird angewandte Anthropologie mitEngaged Anthropology und Ansätzen gleichgesetzt, die im US-ame-rikanischen Kontext entstanden sind. Allerdings ist europäische1Die Tagung wurde durch die Südosteuropa Gesellschaft e.V.(SOG) sowieden Forschungsrat und die Fakultät für Kultur- und Bildungswissenschaf-ten der Universität Klagenfurt gefördert.