Editorial Heft 2/2025Das zweite Jahresheft der Österreichischen Zeitschrift für Volks-kunde 2025 gibt einmal mehr Einblicke in die thematische Bandbreiteunseres Fachs, aber auch in dessen mannigfaltige Herangehens- undDarstellungsweisen. Die darin versammelten Texte geben Aufschlussüber die Stärken der empirisch kulturwissenschaftlichen Analysen,die Verbindungen herstellen und Möglichkeiten aufzeigen, wie Pro-zesse und Phänomene reflektiert und aussagekräftig behandelt wer -den können – sowohl auf der Ebene des Inhalts als auch des Formats.In der wissenschaftlichen Abhandlung erheben Alina Fran-ziska Becker und Christiane Schwab Gegenwartsaspekte anhand vonZukunftsaushandlungen in Münchner Straßenexperimenten. Damitverbinden sie zumindest zwei Zeitdimensionen ebenso gekonnt, wiees Klaus Schönberger in seinem wichtigen Text zu den geschichtspoli-tischen Angriffen von rechts auf die Erinnerungskultur in Kärnten/Koroška speziell im Erinnerungsjahr 2025 tut. Die Analyse politischerund ideologisch gerichteter Geschichtsbilder, die sich bis heute undwohl auch in Zukunft auswirken und die dringend nicht nur hin-terfragt werdenmüssen, sondern denen auch in wissenschaftlichenZeitschriften widersprochen werden muss – dies ist ein dezidiertesAnliegen der ÖZV. Wie sich Erinnerungskultur in musealen Zusam-menhängen und Formaten darstellt und in der Öffentlichkeit wirksamwird, stellt Edith Hessenberger in ihrem Überblicküberdas Projekt„NS-Zeit im Ötztal“ vor.Silke Göttsch-Elten widmet sich in ihrem Essay dem Erzähl-und Textformat Vignette und führt dabei dessen Potenziale vorAugen, die in einem eigenen kleinen Heft-Schwerpunkt anhandzweier Beispiele illustriert werden. Darin zeigt Greca N. Meloni, wieZeichnungen als Vignette zum Thema Bienenhaltung in Sardinienfunktionieren. Konstantin Mack stellt die Stärke der textlichen Kurz-form Vignette zum Thema Fahrradkuriere unter Beweis.das team der özv