144ÖZV, LXXIX/128, 2025, Heft 2Neben den Telgter und Zittauer Fastentüchern werden wei-tere Tücher untersucht. Die Kunsthistorikerin Maya Stanfield-Mazzischreibt über„Die Passionstücher von Chachapoyas in Peru – ewigesLeben, ausgedrückt in einem lokalen Idiom“(S. 321–341) und öffnetdamit eine außereuropäische Perspektive.Auf die religiöse Bedeutung des Verhüllens und Enthüllensim Gottesdienst in Geschichte und Gegenwart wirft der Diözesan-priester und Theologe Jürgen Bärsch mit seinem Text„‚Aller Schmuckmuss zur Zeit der Quadragesima entfernt oder verhüllt werden …‘Riten der Verhüllung und Enthüllung in der Liturgie“(S. 19–34)einen Blick. Bärsch untersucht Formen der nicht-textilen Verhüllungund fokussiert auf die besondere Relationalität von Verhüllung undEnthüllung in der katholischen Messe.Der Sammelband bietet einen tiefen und gleichzeitig breitenEinblick in die Fastentuchforschung. Die Lektüre ist lohnend für alle,die sich mit Fastentuchforschung beschäftigen, aber auch für dieje-nigen, die sich für Religionsgeschichte und-praktiken interessieren.tabea söregiREZENSION VONTimo Heimerdinger, Marion Näser-Lather(Hg.): Position beziehen,Haltung zeigen!? Bedingung und Problem kulturwissenschaftlicherForschung(= Freiburger Studien zur Kulturanalyse, Bd. 7).Münster: Waxmann 2024, 271 Seiten.Die AnthologiePosition beziehen, Haltung zeigen!? Bedingungen undProbleme kulturwissenschaftlicher Forschungtritt den Leser*innen miteiner stilisierten, geballten Faust in gelber Farbe auf dem Coverentgegen. Ein vieldeutiges Symbol der Stärke und des politischenWiderstandes verschiedenster aktivistischer Gruppen als Blickfangfür eine Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze? Ein Buch über Pro-testformen, militanten Aktionismus oder kritische soziale Bewegun-gen? Worauf zielt der UntertitelBedingung und Problem kulturwissen-schaftlicher Forschunggenau ab? Vieles bleibt zunächst im Unklaren,